Die Filmografie von Anya Taylor-Joy wirkt auf den ersten Blick abwechslungsreich, ist aber viel gezielter gebaut, als es viele Karrieren in ihrem Alter sind. Wer ihre wichtigsten Filme und Serien verstehen will, sollte nicht nur nach Bekanntheit schauen, sondern nach Ton, Genre und der Art, wie sie Spannung aufbaut.
Genau darum geht es hier: um die Rollen, die ihren Stil geprägt haben, um die Serien, in denen sie wirklich sichtbar wurde, und um die Titel, mit denen sich der beste Einstieg findet. Ich ordne das bewusst nach Relevanz für Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland, nicht nach bloßer Vollständigkeit.
Anya Taylor-Joy überzeugt vor allem in Rollen mit Spannung, Stil und klarer Haltung
- The Witch bleibt ihre prägende Durchbruchrolle.
- The Queen's Gambit ist der Titel, der sie weltweit endgültig bekannt gemacht hat.
- The Menu und Furiosa zeigen, wie breit sie zwischen schwarzer Komödie und Action arbeiten kann.
- Seriell sind Peaky Blinders, The Dark Crystal: Age of Resistance und Lucky die wichtigsten Stationen.
- Wer nur einen schnellen Einstieg will, sollte nach Stimmung wählen, nicht chronologisch.
Woran man ihre Rollen sofort erkennt
Ich lese ihre Laufbahn als eine selten saubere Mischung aus Horror, Prestige-Drama, Thriller und Franchise-Kino. Das funktioniert, weil sie oft Figuren spielt, die äußerlich ruhig bleiben, innerlich aber unter Druck stehen; genau diese Spannung macht viele ihrer Rollen sofort wiedererkennbar.
Am deutlichsten sieht man das in Titeln wie The Witch, Split, Emma und The Menu: Jede dieser Rollen hat einen anderen Ton, aber alle leben davon, dass sie Kontrolle nicht bloß spielt, sondern als Charaktermerkmal nutzt. Für mich ist das der Grund, warum ihre Filmografie auch im Rückblick nicht beliebig wirkt.
Die klarste Art, diese Entwicklung zu lesen, ist ein Blick auf die Filme zuerst und auf die Serien danach.
Die wichtigsten Filme von The Witch bis Furiosa
Ich habe die Liste bewusst auf die Titel reduziert, die für ihr Profil wirklich etwas bedeuten. Reine Kleinstauftritte und Randnotizen helfen beim schnellen Überblick oft weniger als eine gut sortierte Auswahl.
| Jahr | Titel | Rolle | Warum er wichtig ist |
|---|---|---|---|
| 2015 | The Witch | Thomasin | Der eigentliche Durchbruch und bis heute die Referenzrolle. |
| 2016 | Morgan | Morgan | Frühe Sci-Fi-Horror-Rolle mit kalter Präsenz. |
| 2016 | Barry | Charlotte Baughman | Kleineres Drama, das ihre frühe Bandbreite zeigt. |
| 2016 | Split | Casey Cooke | Macht sie einem breiten Publikum bekannt. |
| 2017 | Marrowbone | Allie | Gothic-Drama mit eher stiller Wirkung. |
| 2017 | Thoroughbreds | Lily Reynolds | Eine ihrer schärfsten frühen Charakterrollen. |
| 2019 | Glass | Casey Cooke | Rückkehr ins Split-Universum. |
| 2019 | Playmobil: The Movie | Marla Brenner | Familien- und Synchronarbeit. |
| 2019 | Radioactive | Irene Curie | Historische Nebenrolle im Biopic. |
| 2020 | Emma | Emma Woodhouse | Elegant, komisch und präzise; ein echter Prestige-Titel. |
| 2020 | Here Are the Young Men | Jen | Zeitgenössisches Jugenddrama. |
| 2020 | The New Mutants | Illyana Rasputin / Magik | Comic- und Fantasy-Linie mit Fanpotenzial. |
| 2021 | Last Night in Soho | Sandie Collins | Stylischer Horror mit starkem Auftritt. |
| 2022 | The Northman | Olga of the Birch Forest | Mythisch, körperlich und ernst. |
| 2022 | The Menu | Margot Mills / Erin | Einer ihrer klügsten Popkultur-Filme. |
| 2022 | Amsterdam | Libby Voze | Ensemblefilm mit kleinerer Präsenz. |
| 2023 | The Super Mario Bros. Movie | Princess Peach (voice) | Bringt sie ins große Animationskino. |
| 2024 | Dune: Part Two | Alia Atreides | Kurzer, nicht im Abspann genannter Auftritt, aber wichtig für die Dune-Linie. |
| 2024 | Furiosa: A Mad Max Saga | Imperator Furiosa | Ihre bisher markanteste Action-Hauptrolle. |
| 2025 | The Gorge | Drasa | Genre-Mix aus Romantik, Thriller und Action. |
| 2026 | The Super Mario Galaxy Movie | Princess Peach (voice) | Setzt die Animationsspur fort. |
Wenn man nur diese Auswahl sieht, wird das Muster schnell klar: Sie ist nicht auf einen Typ festgelegt. Horror, Arthouse, Historienfilm, Animationskino und große Markenfranchises laufen bei ihr parallel, ohne dass die Linie zerfällt. Genau das macht den Unterschied zwischen einer bloßen Filmografie und einer erkennbare Handschrift aus.
Ihre Serien und Miniserien im Überblick
Bei den Serien ist das Bild ähnlich, nur kompakter. Ihre TV-Rollen sind oft kürzer als ihre Filmrollen, aber selten austauschbar; besonders in Peaky Blinders und The Queen's Gambit prägt sie den Ton ganzer Staffeln mit.
| Jahr | Titel | Rolle | Warum er wichtig ist |
|---|---|---|---|
| 2014 | Endeavour | Philippa Collins-Davidson | Früher Gastauftritt im Krimi-Umfeld. |
| 2015 | Viking Quest | Mani | Fernsehfilm und ein früher Schritt ins Genre-TV. |
| 2015 | Atlantis | Cassandra | Wiederkehrende Rolle über sechs Folgen. |
| 2017 | The Miniaturist | Petronella "Nella" Brandt | Miniserie mit nur drei Folgen, aber starkem Profil. |
| 2019-2022 | Peaky Blinders | Gina Gray | Ihre wichtigste Ensemble-Serie. |
| 2019 | The Dark Crystal: Age of Resistance | Brea (voice) | Große Fantasy-Synchronrolle. |
| 2020 | The Queen's Gambit | Beth Harmon | Die Rolle, die sie weltweit verankert hat. |
| 2021 | Saturday Night Live | Herself (host) | Kein Charakterauftritt, aber ein klarer Mainstream-Moment. |
| 2026 | Lucky | Lucky Armstrong | Neue Limited Series, auch als Executive Producerin. Apple TV hat den Start für den 15. Juli 2026 angekündigt. |
Wer Serien über sie entdecken will, sollte mit The Queen's Gambit beginnen, dann Peaky Blinders nachziehen und erst danach die kleineren Titel anschauen. So bleibt der Eindruck ihrer Entwicklung deutlich, statt in Einzelrollen zu zerfallen. Von dort aus lässt sich sehr gut entscheiden, ob man eher die dunkle, die elegante oder die experimentellere Seite von ihr sehen will.
Womit ich beim Anschauen anfangen würde
Wenn ich für jemanden eine sinnvolle Reihenfolge bauen müsste, würde ich nicht nach Erscheinungsjahr gehen. Ich würde nach Stimmung sortieren, weil genau das bei ihr besser funktioniert: Jeder Titel öffnet eine andere Seite ihrer Arbeit.
| Wenn du ... | Starte mit | Warum genau dieser Titel |
|---|---|---|
| den Durchbruch verstehen willst | The Witch | Hier ist das Grundmuster ihrer Figuren schon komplett da. |
| eine Serie mit großem Sog suchst | The Queen's Gambit | Das ist ihre klarste Hauptrolle und sehr leicht zugänglich. |
| schwarzen Humor magst | The Menu | Die Mischung aus Spannung, Ironie und Präsenz sitzt hier besonders gut. |
| Action und Körperlichkeit sehen willst | Furiosa: A Mad Max Saga | Das ist ihre robusteste große Leinwandrolle. |
| eine elegante Klassik-Adaption willst | Emma | Hier wirkt sie am präzisesten und kontrolliertesten. |
| ein dunkles Ensemble bevorzugst | Peaky Blinders | Gut, um sie im Zusammenspiel mit anderen starken Figuren zu sehen. |
| Familienkino suchst | The Super Mario Bros. Movie | Zeigt ihre Stimme als Peach im Mainstream-Blockbuster. |
Für mich ist die Kurzform simpel: The Witch für den Einstieg in ihr Profil, The Queen's Gambit für den großen Durchbruch und The Menu als Titel, der zeigt, wie sicher sie mit Tonwechseln arbeitet. Wer danach weiterschaut, erkennt schnell, dass ihre Bandbreite nicht aus Zufall entsteht, sondern aus ziemlich klugen Rollenentscheidungen.
Wohin sich ihre Filmografie 2026 verschiebt
2026 ist kein Übergangsjahr, sondern eher eine Phase der Ausweitung. Mit Lucky kommt eine neue Thriller-Serie hinzu, und mit Dune: Part Three bleibt sie in einem der sichtbarsten Sci-Fi-Universen ihrer Generation verankert. Das ist interessant, weil beide Projekte genau die Seite von ihr stärken, die zwischen Kontrolle, Gefahr und Eleganz liegt.
- Lucky passt zu ihrem Talent für Figuren, die äußerlich souverän wirken und innerlich unter Druck stehen.
- Dune: Part Three hält ihre Science-Fiction-Linie auf hohem Niveau.
Wer ihre Arbeit kennenlernen will, sollte deshalb nach Stimmung auswählen, nicht nach Alphabet. Genau so entfaltet sich ihr Profil am besten: erst der Horror, dann die Prestige-Phase, danach die großen Genre-Projekte, die 2026 weiter dazukommen. So wird aus einer Liste von Titeln ein klar erkennbares Karrierebild.